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Pferdehalter haftet auch bei einer Reitbeteiligung für Unfälle, welche durch das Pferd verursacht werden
27.10.2017

Das Oberlandesgericht Nürnberg hat – am 04.10.2017 - entschieden, dass die Vereinbarung einer Reitbeteiligung keine Mithaltereigenschaft der Reiterin begründet.
Die Reitbeteiligung war derart ausgestaltet, dass es der Reiterin erlaubt war, gegen Zahlung eines regelmäßigen Entgelts und Mithilfe im Stall an festgelegten Tagen selbständige Ausritte mit dem Pferd machen zu dürfen.
Nach Ansicht des Senats rechtfertigt eine derartige Reitbeteiligung auch dann nicht ohne weiteres die Annahme eines konkludent vereinbarten Haftungsausschlusses, wenn Unfälle im Rahmen einer Reitbeteiligung vom Versicherungsschutz der Pferdehalterin ausgenommen sind.

Stürzt die Reiterin bei einem selbständigen Ausritt vom Pferd und kann sie sich nicht entlasten, so ist bei der Prüfung ihrer Ersatzansprüche gegen die Pferdehalterin ein vermutetes Mitverschulden der Reiterin als Tieraufseherin anspruchsmindernd zu berücksichtigen.
Bei Unaufklärbarkeit der näheren Umstände des Sturzes können die Haftungsanteile der Halterin und der Reiterin gleich hoch zu bewerten sein, was im konkreten Fall zu einer Haftungsquote von 50 % führte.

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