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Privatsachverständigen trifft Hinweispflicht auf nicht voll erstattungsfähiges Honorar
13.09.2017

Ein Gutachter, der dem Geschädigten eines Verkehrsunfalls die Erstellung eines Gutachtens zu den Schäden am Unfallfahrzeug zu einem Honorar anbietet, das deutlich über dem ortsüblichen Honorar liegt, muss diesen über das Risiko aufklären, dass der gegnerische Kfz-Haftpflichtversicherer das Honorar nicht in vollem Umfang erstattet.
Dies entschied der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 01.06.2017.

Nach der Entscheidung des BGH muss der Sachverständige den Geschädigten darüber aufklären, dass ein nicht ortsübliches Honorar womöglich nicht in vollem Umfang von der gegnerischen Kfz-Haftpflichtversicherung ersetzt wird. Einem Geschädigten ist in der Regel auch nicht bekannt, wann ein Honorar ortsüblich ist. Ein durchschnittlicher Unfallgeschädigter gerate vielmehr durch einen Verkehrsunfall nicht nur unvermittelt, sondern in aller Regel auch erstmals in eine Situation, ein Schadensgutachten über sein Kraftfahrzeug einholen zu müssen. Für den Sachverständigen ist es hingegen ein Leichtes und zumutbar, den Geschädigten über diesen drohenden Nachteil aufzuklären.

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