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Verdeckte Überwachung und Kontrolle des Arbeitnehmers mittels Keyloggers ist unzulässig
04.08.2017

Der Einsatz eines Software-Keyloggers, mit dem alle Tastaturangaben an einem dienstlichen Computer für eine verdeckte Überwachung und Kontrolle des Arbeitnehmers aufgezeichnet werden, ist (nach § 32 Abs. 1 BDSG) unzulässig, wenn kein auf den Arbeitnehmer bezogener, durch konkrete Tatsachen begründeter Verdacht einer Straftat oder einer anderen schwerwiegenden Pflichtverletzung besteht.
Eine „ins Blaue hinein“ veranlasste Maßnahme ist unverhältnismäßig. Sie verstößt gegen das Recht des Arbeitnehmers auf informationelle Selbstbestimmung als Teil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts, so das Bundesarbeitsgericht im Urteil vom 27.07.2017.

Damit unterliegen die Aufzeichnungen mittels Keyloggers einem Verwertungsverbot, sodass der beklagte Arbeitgeber die Erledigung von Privattätigkeiten des Arbeitnehmers in erheblichem Umfang am Arbeitsplatz nicht nachweisen konnte, was wiederum zur Unwirksamkeit der ausgesprochene Kündigung führte.

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