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Diskriminierung: Indizien müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf Benachteiligung schließen lassen
01.03.2017

Das Landesarbeitsgericht Hessen hat einem Kurierfahrer Schadensersatz wegen Diskriminierung zugesprochen. Ihm sei die Aufstockung seiner Arbeitszeit wegen seiner Behinderung verwehrt worden, während der Arbeitgeber vergleichbaren Anträgen nichtbehinderter Kollegen entsprochen habe, so der Kläger vor Gericht.

Die gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts gerichtete Revision des Arbeitgebers hatte vor dem Achten Senat des Bundesarbeitsgerichts Erfolg:

Dem höchsten deutschen Arbeitsgericht zufolge hat das Landesarbeitsgericht verkannt, dass die Vermutung einer Benachteiligung wegen eines in § 1 AGG genannten Grundes (Rasse, ethnische Herkunft, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexuelle Identität) nur besteht, wenn Indizien vorliegen, die mit „überwiegender Wahrscheinlichkeit“ darauf schließen lassen, dass ein in § 1 AGG genannter Grund ursächlich für die Benachteiligung war und dass dann die vom Landesarbeitsgericht angenommene „Möglichkeit“ einer Ursächlichkeit nicht ausreicht.

Die Sache wurde zur neuen Verhandlung und Entscheidung an das Landesarbeitsgericht zurückverwiesen.

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