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Kein Sachmangel bei Standzeit eines Gebrauchtwagens von mehr als zwölf Monaten
21.11.2016

Mit Urteil vom 29.06.2016 entschied der Bundesgerichtshof, dass anders als bei Neuwagen und „Jahreswagen“, bei denen vor der Erstzulassung eine Standzeit von höchstens 12 Monaten hinzunehmen ist, sich bei Gebrauchtwagen keine allgemein gültigen Aussagen dahin treffen lassen, ab welcher Grenze eine Standzeit zwischen Herstellung und Erstzulassung eine Beschaffenheit darstellt, die nicht mehr üblich ist und die der Käufer auch nicht erwarten musste.

Die Frage, welche Beschaffenheit bei einem Gebrauchtwagen üblich ist, hängt von den jeweiligen Umständen des Einzelfalls ab, wie beispielsweise dem Alter (bzw. der Dauer der Zulassung zum Straßenverkehr) und der Laufleistung des Fahrzeugs, der Anzahl der Vorbesitzer und der Art der Vorbenutzung. Je länger das Fahrzeug vor dem Weiterverkauf als Gebrauchtwagen genutzt worden ist, desto mehr verliert eine mögliche Werteinbuße durch eine lange Standzeit vor der Erstzulassung an Bedeutung, weil er durch sonstige, den Wert des Fahrzeugs beeinflussende Umstände überlagert wird.

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