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Keine Teilnahme am Personalgespräch bei Erkrankung
29.03.2016

Das Landesarbeitsgericht Nürnberg hatte sich in einer Entscheidung vom 01.09.2015 mit der Frage zu beschäftigen, ob ein Arbeitnehmer verpflichtet ist, trotz Arbeitsunfähigkeit an einem von seinem Vorgesetzten angeordneten Personalgespräch teilzunehmen.
Nach Ansicht der Richter ist dem nicht so:
Das Weisungsrecht des Arbeitgebers, Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen näher zu bestimmen, berechtige den Arbeitgeber zwar, seine Angestellten zur Teilnahme an Gesprächen zu verpflichten, in denen Weisungen zur Konkretisierung der Hauptleistungs- und Nebenpflichten erteilt werden sollen, jedoch müsse er dabei stets billiges Ermessen walten lassen. Ein arbeitsunfähig erkrankter Arbeitnehmer sei nicht verpflichtet, einer Weisung zur Teilnahme an einem Personalgespräch nachzukommen, weil er von der Erbringung der Arbeitsleistung befreit sei.
Unerheblich sei, ob der Mitarbeiter aufgrund seines Gesundheitszustands in der Lage wäre, den gewünschten Termin wahrzunehmen, da es eine teilweise Arbeitsunfähigkeit nicht gibt.

Wegen grundsätzlicher Bedeutung wurde vom LAG die Revision zum Bundesarbeitsgericht zugelassen

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