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Skischule haftet für Skiunfall aufgrund Unterrichts auf nicht geeignetem Hang
23.12.2015

Das Landgericht Deggendorf hat in einer im Dezember 2015 veröffentlichten Entscheidung (vom 12.11.2014) festgestellt, dass eine Skischule zum Schadensersatz verpflichtet ist, wenn ein Skilehrer einen Skiunfall durch Durchführung der Skistunde auf einem nicht geeigneten Hang im allgemeinen Sportbetrieb auf einer blauen Piste durchführt, ohne auf die Einhaltung der FIS-Regel 5 durch die Schüler zu achten, herbeiführt.

Im konkreten Fall beherrschte der Schüler das Skifahren nicht und hatte seine erste Übungsstunde bei der Skischule gebucht. Gemäß den einschlägigen Sicherheitsvorschriften dürfen Skilehrer dem Schüler keine Risiken zumuten, denen diese mit ihren Fähigkeiten bei den gegebenen Schnee- und Witterungsverhältnissen nicht gewachsen sind. Aus diesen Gründen hat der Skilehrer mit seinen Schülern abseits vom allgemeinen Sportbetrieb zu üben und die Skischüler den drohenden Gefahren des allgemeinen Sportbetriebes nicht auszusetzen (vgl. OLG Köln, NJW 1982, 1110).
Hier hat der bei der Skischule angestellte Skilehrer jedoch die Übungsstunde auf einer blauen Piste im allgemeinen Sportbetrieb und das auch noch an einem Tag, an dem die Piste viel befahren war, erteilt und damit dem Schüler sehr wohl den drohenden Gefahren des allgemeinen Sportbetriebs ausgesetzt. Der Skilehrer hat den Schüler sogar angewiesen, anzufahren, obwohl sich von oben andere Skifahrer annäherten. Zumindest hatte der Skilehrer es unterlassen, dafür Sorge zu tragen, dass der Schüler, welchen er anzuleiten hatte, nicht entgegen FIS-Regel 5 anfährt, obwohl sich Skifahrer von oben annäherten.

FIS-Regel 5 bestimmt, dass jeder Skifahrer (und Snowboarder), der nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, sich nach oben und unten vergewissern muss, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.

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