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Überstundenvergütung - Schätzung
20.10.2015

Nach der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 25.03.2015 kommt eine „Überstundenschätzung“ in Betracht, wenn aufgrund unstreitigen Parteivorbringens, eigenem Sachvortrag des Arbeitgebers oder dem vom Tatrichter für wahr erachteten Sachvortrag des Arbeitnehmers feststeht, dass Überstunden geleistet wurden, weil die dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber zugewiesene Arbeit generell oder zumindest im Streitzeitraum nicht ohne die Leistung von Überstunden zu erbringen war.
Kann in einem solchen Falle der Arbeitnehmer nicht jede einzelne Überstunde belegen (etwa weil zeitnahe Arbeitszeitaufschriebe fehlen, überhaupt der Arbeitgeber das zeitliche Maß der Arbeit nicht kontrolliert hat oder Zeugen nicht zur Verfügung stehen), kann und muss der Tatrichter nach pflichtgemäßem Ermessen das Mindestmaß geleisteter Überstunden schätzen, sofern dafür ausreichende Anknüpfungstatsachen vorliegen.
Zum Umfang der Arbeitszeit hat das Bundesarbeitsgericht darüber hinaus festgestellt, dass der durchschnittliche Arbeitnehmer die Klausel, er werde „in Vollzeit“ beschäftigt, so verstehen darf, dass die regelmäßige Dauer der Arbeitszeit 40 Wochenstunden nicht übersteigt, sofern es an einer ausdrücklichen arbeitsvertraglichen Bestimmung des Umfangs der Arbeitszeit fehlt.

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