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Entschädigung für Reisende auch bei Flugvorverlegung möglich
09.06.2015

Sofern ein Flug nicht nur unerheblich, sondern um mehrere Stunden vorverlegt wird, kann dies nach Ansicht des BGH einer Annullierung gleichgestellt sein mit der Folge, dass dem Reisenden dann ebenfalls Entschädigungsansprüche zustehen können. Dies lies der BGH im Rahmen eines aktuell ergangenen Anerkenntnisurteils (Az.: X ZR 59/14) erkennen, mit dem der betroffene Reiseveranstalter ein Grundsatzurteil zu Lasten der Branche verhindern wollte.

Obgleich die Vorinstanz noch der Meinung war, dass eine Annullierung nicht mit einer Vorverlegung gleichzustellen ist, sah der BGH dies nun anders. Begründet wird dies damit, dass laut EU-Verordnung  eine Annullierung vorliege, wenn eine Airline ihre "ursprüngliche, durch Abflugzeiten definierte Flugplanung aufgibt und Passagiere auf einen anderen Flug verlegt". Das ist  nach Auffassung des BGH aber auch dann der Fall, wenn ein Flug "um mehrere Stunden vorverlegt wird".

Da aufgrund des Anerkenntnisses ein Grundsatzurteil abgewendet wurde, können sich Reisende auf ein solches zwar nicht beziehen, jedoch dürften die Chancen betroffener Verbraucher, im Klagewege Entschädigungsansprüche durchsetzen zu können, gut stehen.

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