Aktuelles Zurück

"Schnäppchen" bei eBay nicht sittenwidrig
13.11.2014

Angebote, die bei eBay ordnungsgemäß eingestellt werden, kann man nicht einfach zurückziehen. Wer dies dennoch tut, muss wegen der abgebrochenen Versteigerung dem leer ausgegangenen Bieter gegebenenfalls Schadensersatz zahlen. Das hat der Bundesgerichtshof jetzt unter dem Az.: VIII ZR 42/14 bestätigt.

Im streitigen Fall hatte der Verkäufer einen PKW (Wert: 5.250 €) zu einem Mindestgebot von 1 € eingestellt. Der Käufer gab ein solches Gebot unter Festlegung einer Höchstgrenze von 555,55 € ab. Kurze Zeit später brach der Verkäufer die Auktion ab, da er den PKW anderweitig verkaufen konnte.

Der Käufer forderte daraufhin 5.249 € Schadenersatz und bekam vom Landgericht Recht. Diese Ansicht bestätigte anschließend sowohl das Berufungsgericht und nunmehr auch der BGH als Revisionsinstanz.

Bei einer Internetauktion bestehe der Reiz gerade darin, "Schnäppchen" machen zu können. Daher kann auch bei einem eklatanten Missverhältnis von Maximalgebot und tatsächlichem Wert der Sache nicht ohne Weiteres der Schluss auf eine verwerfliche Gesinnung des Bieters im Sinne von § 138 Abs. 1 BGG gezogen werden, so dass in solchen Fällen weder Sittenwidrigkeit noch Rechtsmissbrauch vorliegt. Das Risiko eines ungünstigen Auktionsverlaufes habe der Anbieter durch Festlegung eines sehr niedrigen Startgebotes selbst gesetzt, das sich letztlich durch den ungerechtfertigten Abbruch der Auktion gerade verwirklicht hat.

Zurück