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Schimmelbildung beim Einbau neuer Fenster
08.09.2014

Der Vermieter hat beim Einbau neuer, dicht schließender Fenster die notwendigen Vorkehrungen gegen Feuchtigkeit zu treffen. Dies kann beispielsweise in Form des Einbaus einer Lüftungsanlage, die den erforderlichen Lüftungsaustausch gewährleistet, geschehen. Bleibt dies aus und werden vom Vermieter auch keine sonstigen Vorkehrungen gegen Feuchtigkeit geschaffen und der Mieter auch nicht auf den erhöhten Lüftungsbedarf hingewiesen, so kann dem Mieter die Entstehung von Feuchtigkeitsschäden grundsätzlich nicht angelastet werden.

Wenn der Vermieter bei Vertragsschluss keinen vom Mieter akzeptierten Hinweis auf ein notwendiges, gesteigertes Heiz- und Lüftungsverhalten erteilt, dann muss der Mieter in der Regel nicht mehr als zwei Mal pro Tag für jeweils 10 Minuten Stoß- oder Querlüften, jedenfalls solange sich aus Besonderheiten seiner Nutzung (beispielsweise Wäschetrocknung in der Wohnung) kein darüber hinaus gehendes Heiz- und Lüftungsverhalten ergibt. Ein Mangel des Mietobjekts liegt somit vor, wenn der Mieter bei Anmietung der Wohnung nicht darüber aufgeklärt wurde, dass bei drohender Feuchtigkeit die Möbel nur an bestimmten Stellen und deutlich von der Wand abgerückt aufgestellt werden dürfen.

Dies entschied das Landgericht Gießen mit Urteil vom 02.04.2014.

 

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